„Building Information Modeling (BIM) ist eine Planungsmethode im Bauwesen, die die Erzeugung und die Verwaltung von digitalen virtuellen Darstellungen der physikalischen und funktionalen Eigenschaf­ten eines Bauwerks beinhaltet. Die Bauwerksmodelle stellen dabei eine Informationsdatenbank rund um das Bauwerk dar, um eine verlässliche Quelle für Entscheidungen während des gesamten Lebens­zyklus zu bieten; von der ersten Vorplanung bis zum Rückbau.“ – Quelle: https://www.nationalbimstandard.org/faqs#faq1

Ziel ist eine integrierte, partnerschaftliche Arbeitsweise über den gesamten Lebenszyklus von Bauwerken. Die Einführung von BIM bedeutet eine langfristige und weitreichende Herausforderung für das gesamte Bauwesen auf unterschiedlichen Ebenen: Unternehmen, Mitarbeiter, Organisationen, Prozesse, Methoden, Technik und Werkzeuge. Auf Unternehmensebene erfordert die Einführung von BIM meist eine Ausrichtung auf eine neue Arbeitsweise in der Projektabwicklung.

Die Modellelemente sind ’intelligent‘. D.h. sie kennen Ihre Abhängigkeiten und ihre physischen Eigenschaf­ten. So kann beispielsweise eine Stütze folgende Informationen besitzen: Geschoss, unterhalb Decke, Mate­rial, Breite, Höhe, Aufbau, Bauphase, Kosten, u.v.m. Eine entsprechende Software fördert die Informations­verteilung und das gleichzeitige Arbeiten mehrerer Personen am gleichen Modell. Eine moderne BIM-Anwendung unterstützt BIM durch neutrale Schnittstellen und gewährt einen einfachen Zugang zu den Informationen. Dafür werden häufig mehrere fachspezifische Bauwerksmodelle erstellt, die eine abgestimmte, definierte Qualität aufweisen. Sie werden in regelmäßigen Abständen zu Koordinationszwecken zu einem Gesamtmodell integriert und dort geprüft. Durch das modellbasierte Ar­beiten können sehr viele projektbeschreibende Informationen transparent dokumentiert werden. Im Ver­gleich zu einer traditionellen Arbeitsweise mit zweidimensionalen Linien und Symboliken können damit viele Irrtümer vermieden werden.

Quelle: BIM Leitfaden Deutschland / 2.1.2 Das Bauwerksmodell und dessen Einordnung in die BIM-Methode / 2013

Abbildung 1 : Querschnitt durch ein Bauwerksmodell Al Ain Hospital (Quelle: OBERMEYER Planen + Beraten) 

Viele BIM-Softwaresysteme bieten dahingehend hilfreiche Funktionen an, um das Arbeiten mit Modellen und das Verwalten der Informationen zu vereinfachen, unter anderem auch bestimmte Automatismen und „intelligente Bauteile“. Neben der modellbasierten Datenhaltung existieren weitere Mittel, um Projektin­formationen zentral verwalten und koordinieren zu können. Dabei kommen neben den bewährten „off­line“-Produkten, wie lokale Dokumenten-managementsysteme oder Dateiserver, in letzter Zeit vermehrt Online- und Cloud-basierte Plattformen und Dienste zur Dokumentenverarbeitung, zur Unternehmens­kommunikation, zur Unterstützung der Geschäftsprozesse, u.v.m. in Mode, mit dem Bewusstsein und der Verantwortung bzgl. Datenhoheit und -sicherheit.

Quelle: BIM Leitfaden Deutschland / 2.1.2 Das Bauwerksmodell und dessen Einordnung in die BIM-Methode / 2013

Abbildung 2 : Dezentrale Planung und zentrale Koordination von Informationen, Security Hospital, Abu Dhabi (Quelle: OBERMEYER Planen + Beraten) 

Abbildung 3 : Schneider, C. (2016), Effizienzsteigerungen im Lebenszyklus durch Facility Information Management (FIM), 1. Auflage, shaker Verlag