Das Programm Solibri Model Checker (SMC) dient der gegenüberstellenden Prüfung von Fachmodellen der mitwirkenden Planer. Das Gesamtmodell wird hierbei auf mögliche Kollisionen unter den Fachmodellen geprüft

Das ist nur ein Aspekt der Qualitätssicherung. Weitere wesentliche Aspekte, welche mit dem SMC geprüft werden können, sind u.a. die Konsistenz und Vollständigkeit von Modellinhalten (geometrisch und semantisch) und die Konformität hinsichtlich diverser Anforderungen, z.B. spezifische Kundenanforderungen und Normen sowie Richtlinien. Überprüft werden können so bspw. Überschneidungen von Bauteilen nach entsprechenden Regelsätzen. Mit dem SMC können auch einzelne Disziplinmodelle geprüft werden.

Solibri ist eine regelbasierte Lösung, die nicht nur für die Kollisionsüberprüfung geeignet ist,sondern auch für die fortschrittliche Kollisionsüberprüfung, Mängelermittlung, Überprüfung der Kompatibilität, Managen von Änderungsaufträgen und Entwurfsversionen, BIM-Datenanalyse und zur Überprüfung der Erfüllung von Regeln.

Die Bearbeitung oder gar Korrektur von eingelesenen Modellen ist nicht möglich, sondern wird über digitale Kommentare beim jeweiligen Verantwortlichen für das zu ändernde Fachmodell angestoßen. Die Urheberschaft und Verantwortung für die Modellinhalte liegt nicht bei dem Prüfer, sondern bei dem Modellautor. Daher würde es keinen Sinn machen, wenn der Prüfer die Modellinhalte verändert.

 

Das Gesamt- bzw. Koordinierungsmodell wird in dem Format .IFC aus einem bimfähigen CAD-Programm exportiert. Nach dem Öffnen des Solibri Model Checkers wird die Datei in eben diesem Format eingelesen und das erstellte Modell erscheint zur Prüfung auf der Benutzeroberfläche.

Abbildung 1: Eigene Darstellung: Solibri Modell Checker V 9.8.18 Benutzeroberfläche Solibri Model Checker

Das Überprüfen des Modells

Es werden verschiedene Schwerpunkte für die Kontrolle angeboten, z. B. die Architekturprüfung. Die zu prüfende Disziplin kann nach Bedarf für ein importiertes Modell festgelegt werden. Das Programm hat voreingestellte Regeln zur Prüfung, zum Beispiel „Architekturkomponenten sind gefüllt“.

Optional können auch vom Benutzer selbst Regeln festgelegt werden, nach welchen das Modell geprüft werden soll.

Der SMC bietet eine Vielzahl von grundlegenden Regeln an, die vom Nutzer individuell in Regelsätzen instantiiert und zusammengestellt werden können. Allerdings werden auch Standard-Regelsätze für die Prüfung in diversen Schwerpunktbereichen angeboten.  In diesem Fall wird mit der hinterlegten Architekturprüfung getestet, ob die Objekte durch Attribute definiert sind. Konkreter heißt das (siehe Abbildung 1): Wurde das Material einer Wand mit Angaben zur Tragfähigkeit hinterlegt?

Ist das nicht der Fall, wie hier im Beispiel, meldet Solibri einen Fehler.

Die Fehlermeldungen sind nach Schweregraden (rot=kritisch, orange=mittel, gelb=niedrig) abgestuft.Die Schweregrade können vom Nutzer individuell eingestellt werden. Ein Beispiel hierfür sind die Toleranzbereiche bei Überschneidungen.

Rot kennzeichnet hierbei besonders schwere Fehler, die die Umsetzung der Planung verhindern, z.B. Die Einschränkung beim öffnen einer Tür oder kollidierende Leitungen. Gelb markiert eher kleinere Planungsfehler.

Abbildung 2: Eigene Darstellung: Solibri Modell Checker V 9.8.18

Kollisionen und deren Dokumentation

Zur Dokumentation der Fehler innerhalb von Solibri kann man einem festgestellten Fehler oder einer Kollisionen eine automatische Beschreibung zuordnen. (Abbildung 3: „ Außenwand ohne Steckpfalzpaneel“)

Abbildung 3 : Eigene Darstellung: Solibri Modell Checker V 9.8.18 automatische zugeordnete Beschreibung

Zusätzlich kann ein Status und eine Position (Abb. 3, rot markiert) der Kollision angegeben werden, der bei der Kommunikation hilft.

Zum Beispiel „zurückgewiesen“, wenn kein Fehler vorliegt. Das Zuweisen eines Fehlers erfolgt durch die Setzung eines Verantwortlichen, dem Autor des Fehlers, sodass eine Verantwortlichkeit für die Behebung definiert ist. Die Arbeitsaufträge, die sich aus der Prüfung ergeben, werden dann im BCF-Format (BIM Collaboration Format) an den ursprünglichen Bearbeiter zurückgeschickt. Dieser kann durch das Einlesen der Datei in die jeweilige Software die Fehler anhand der eingefügten Kommentare und Positionen korrigieren.

So wird eine schnelle, zielgerichtete Kommunikation gewährleistet.

 

Sammlung und Dokumentation überprüfter Elemente

Mithilfe der global unique ID (GUID), einem einmaligen Idntifikator für jedes Bauteil, kann jedes Element zugeordnet werden. Zu finden ist sie in den Informationen über das jeweilige Bauteil.

Am Ende des Überprüfungsvorgangs kann aus den gesammelten und beschriebenen Fehlern, die zuvor als Präsentation abgespeichert werden müssen, eine BCF-Datei exportiert werden.